neue freunde gewinnen heisst auch immer abschied nehmen muessen
meiner meinung nach ist das beste am reisen und backpacking, dass man jeden tag neue leute kennenlernt. kommt man in einem neuen hostel an und geht aufs zimmer, hat man direkt schon wieder neue leute kennengelernt. es ist so einfach! das tolle ist, dass man menschen aus der ganzen welt kennenlernt. all die verschiedenen nationalitaeten, persoenlichkeiten und kulturen.
nachdem man einige wochen oder monate mit neuen freunden verbracht hat - in meinem fall in perth mit dem italienischen paaerchen manuela und mauro, leonie aus holland, michelle und kieron aus irland, kommt dann jedoch die kehrseite des reisens: das weiterreisen und das damit verbundene zuruecklassen von neuen freunden. hier ist es ein anderes "good bye" als das, was man zu seinen freunden zuhause sagt. da weiss man, dass man seine leute nach der reise wiedersieht. hier sagt man "bye" zu australiern, amerikanern, kanadiern, franzosen, englaendern, und und und. es wuerde zu lange dauern, all die nationalitaeten aufzuzaehlen, die ich schon getroffen und zu denen ich schon "good bye" gesagt habe. hier weiss man nicht, wann und ob man diese freunde je wiedersieht. klar bleibt man mit den engsten in kontakt und sieht sich auch irgendwann einmal wieder. was bleibt, ist trotzdem ein komisches gefuehl..
in perth habe ich zufaellig matthias getroffen, der im flug von frankfurt nach sydney hinter mir sass. er erzaehlte, dass er sich ein auto gekauft hat und damit nach broome faehrt. genau meine richtung. da er noch nach einem weiteren mitfahrer gesucht hat, hab ich gleich zugesagt  eigentlich wollten wir zu 4t reisen. marie, hat jedoch ein tag vor abreise ein jobangebot bekommen und blieb darum in perth. also waren wir noch nur zu 3t. matthias, magg, eine franzoesin und ich. am 3ten tag bekam magg jedoch einen anfruf von ihrem freund, der in perth war. komische geschichte, jedenfalls hat sie sich dann dazu entschieden per anhalter nach perth zurueck zu fahren. also waren wir nur noch zu zweit.
die reise war wirklich klasse und wir hatten eine gute zeit. jedoch mit einer leichten unstimmigkeit ueber die zeitplanung. mein fehler war, dass ich anfangs gedacht habe, wenn wir erstmal auf der strasse sind, dann wird sich das schon irgendwie regeln. das hat es sich natuerlich nicht. wir haetten uns beide in perth ganz genau über unsere plaene und ueber die notwendigkeiten unterhalten muessen. aber naiv wie ich nun mal war, haben wir dies nicht getan. viele einmalige chancen und auch arbeitsmoeglichkeiten konnte ich deswegen nicht wahrnehmen. ein beispiel ist monkey mia: ich habe dort erfahren, dass man in monkey mia die moeglichkeit hat, 7-14 tage als volontaer mit den delphinen zu arbeiten. sofort!!! aber nunja.... es ging natuerlich nicht. statt dessen verbrachten wir 3 tagen in exmouth, weil matthias unbedingt mit buckelwalen schwimmen wollte.
wir haben uns nicht gestritten. nein das nicht, nur ich habe aus dieser sache gelernt, dass man, auch wenn oder besser, gerade wenn man mit jemandem zusammen reisen moechte, einfach fast alle plaene, essgewohnheiten, musikgeschmaecker, schlafgewohnheiten und so weiter in soweit uebereinstimmen sollten, als dass man kompromisse darueber machen moechte oder kann. ich waere am liebsten viel laenger an den einzelnen orten geblieben, um das land und die menschen naeher kennenzulernen, die atemberaubende natur zu geniessen und einfach etwas mehr von australien mitzubekommen. deswegen wollte ich ja mit einem auto hochfahren. damit ich unabhaengig von den bussen oder anderen zeitplaenen bin. unabhaengig - das ist das stichwort. nur ganz unabhaengig ist man eben nicht, wenn man einen reisepartner hat. ich habe nun den fehler gemacht, mich nicht ganz genau mit ihm ueber unsere erwartungen zu unterhalten. ich dachte eben: "ach, das passt schon" "no worries"
aber nun weiss ich es besser. wie sagt man so schoen... "kommunikation ist alles".
ich fang trotzdem mal an zu erzaehlen was so passiert ist auf den knapp 4000 km, die wir von perth nach broome zurueckgelegt haben (mit umwegen). die ersten tage sind wir ziemlich straight durchgeheizt, da auf den ersten 1000 km nich soo viel zu sehn war. ausserdem war das wetter kacke und der norden hat mit ueber 30 °C gelockt. abends haben wir uns immer irgendwelche absolut verlassenen tracks abseits des highways gesucht, feuer gemacht und was halt sonst noch dazugehoert. auf unserem weg haben wir auch noch die hutt river provence besucht(liegt vor kalbarri) und uns von prince leonard sein kleines reich erklaeren lassen. die hutt river provence ist eigentlich nichts anderes als eine station noerdlich von geralton, aber leonard hat sich 1970 aus verschieden gruenden (steuer, unzufriedenheit mit der australischen regierung...) dazu entschlossen sich und seine station von australien abzuspalten und so regiert er seitdem, mit weltweiter anerkennung, seinen eigenen kleinen staat in der mitte von nirgendwo. super interessant. wenn man ein bisschen interesse zeigt, dann erzaehlt er noch viel interessantere anekdoten, als sein uebliches programm hergibt.
danach shell beach, atemberaubend schoen und als naechste station wurde shark bay und monkey mia angesteuert. monkey mia fand ich persoenlich ganz nett, nur fuer meinen geschmack ist es zu touristisch. die volontaerarbeit haette ich dort auf jeden fall sehr gerne gemacht und falls ich noch einmal die chance bekomme dort hinzukommen, dann werde ich das mit sicherheit nutzen.
um die ganze story bisschen abzukuerzen (bin schon ganz schoen muede!): wir sind also irgendwann in broome angekommen, nachdem wir in der letzten nacht von so ner hyperaktiven rangerin beim wildcampen erwischt worden (sind aber trotz feuer nochmal davon gekommen), am abend noch den staircase 2 the moon reingezogen (ein wunderschoenes naturschauspiel, dass man nur selten in broome sehen kann, naemlich dann, wenn der vollmond bei low tide ueber dem indischen ozean aufgeht, und sich dann im flachen wasser spiegelt)
jetzt wo ich in broome angekommen bin,bin ich nun wieder ganz alleine unterwegs. niemanden auf den man ruecksicht nehmen muss, niemanden um den man sich kuemmern muss und niemanden der einen mit nachnamen kennt. wenns dir irgendwo nicht gefaellt: einfach rucksack packen und gehen
ein unbeschreibliches gefuehl
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